Indirekt religiöser Natur ist eine faszinierende Geschichte des engagierten Buddhismus-Anhängers Fritz Mauthner (1849-1923). Er beschreibt 1913 in seinem Buch Der letzte Tod des Gautama Buddha den Übergang Buddhas vom Tod ins Nichts.
In diesem buddhistischen Sutra erzählt er im Schlusskapitel (Seite 121-135) von einem "schwefelumsäumten Göttermantel" der nach dem Tod Buddhas aus dessem Mund entfliegt.
Der Schmetterling trägt Buddhas Seele in sich und steigt in die Höhen des Himalaya auf. Dort trifft er die Götter, mit denen er gemeinsam aus den Wolken der Bestattung Buddhas zuschaut.
Während der Trauerfeierlichkeiten kommt es unter den Trauernden zu heftigsten Streitigkeiten um die Überreste des eingeäscherten Buddhas. Erst durch Besinnung auf die buddhistischen Weisheiten kehrt wieder Ruhe und Frieden ein. Schließlich werden die Knochen Buddhas unter den Anwesenden verteilt. Als danach ein Jüngling gesteinigt wird, schmerzt dies den Trauermantel hoch oben in den Wolken - ganz im Gegensatz zu den Göttern, die durch die Vorkommnisse erheitert sind.
Um in den Kreis der nicht mehr Schmerz empfindenden Götter aufgenommen zu werden, wächst der Trauermantel und nimmt an Größe zu. Er wird schließlich größer als alle Götter, bis er aussieht wie eine "ungeheure Wetterwolke mit Schlossenschwefelsäumen". Doch der noch innewohnende Buddha erscheint noch größer und zwar als Wolke in seiner ursprünglichen menschlichen Gestalt. Er fordert die Götter heraus und stellt sie blos. Er widersteht dem Wunsch nach Göttlichkeit und wählt schließlich den Verlust seiner Erinnerung und seiner Menschlichkeit und geht über ins Nichts.
Der Trauermantel ist Titelgeber und Gegenstand einer Vielzahl belletristischer und wissenschaftlicher Literatur.
Eine Auswahl deutsch- und englischsprachiger Werke:
Siehe auch
Literatur zum Trauermantel: Bücher.
Eine der Natur stark zugewandte Kunstform ist der ab 1890 international entstandene Jugendstil.
Motive aus Flora und Fauna wurden in vielfältiger Form in der Ornamentik eingearbeitet und fanden sich in Bildkunst, Kunsthandwerk, Möbelkunst und Architektur wieder.
Obwohl die Hochzeit des Jungendstil ingesamt nur 20 Jahre währte - in Deutschland etwa ein Jahrzehnt - ist der Jugendstil in vielen Städten und Haushalten heute immer noch präsent.
Einer der Protagonisten des Jugendstils, der schottische Künstler und Architekt Charles Rennie Mackintosh (1868-1928), hat eine eigene typische Art, strenge Geometrie mit naturalistischen Elementen zu verbinden.
Einem Besucher seines ehemaligen Wohnhauses
The Hill House in der Nähe von Glasgow sei empfohlen, einmal auf das Muster des Teppichs zu achten:
Die vier Stufen zur The Hall werden rechts und links von einem schmalen hellen Saum mit blauen Flecken begrenzt...
Carsten Domann ist Drachenbauer und entwirft eigene Modelle. Unter anderem hat er auch einen Trauermantel als Drachen entworfen und gebaut. Der Drachen hat eine Spannweite von ca 3,5 Metern und fliegt gut in leichtem Wind.
Die Anzahl Kleidungstücke, Regenschirme, Bettbezüge, Tischdecken, Teller, Tassen, Untersetzer, Lampenschirme, Gardinen, etc., auf denen der Trauermantel als Motiv abgebildet ist, übersteigt in einigen Ländern vermutlich die Anzahl tatsächlich dort lebender Falter...
Der Trauermantel ist Motiv vieler Briefmarken unterschiedlicher Länder.
Eine Auswahl hauptsächlich europäischer Briefmarken:
| Land | Jahr | Wert |
|---|---|---|
| Schweiz | 1953 | 20 |
| Tschechoslowakei | 1961 | 80 |
| Bulgarien | 1962 | 4 |
| Deutschland | 1962 | 10 |
| Jugoslawien | 1964 | 30 |
| Ungarn | 1966 | 2 |
| Polen | 1967 | 60 |
| Andorra | 1976 | 1,40 |
| Polen | 1977 | 1,50 |
| Finnland | 1986 | 2,10 |
| Benin | 1986 | 150 |
| Türkei | 1988 | 600 |
| Schweden | 1993 | 6 |
| San Marino | 1993 | 150 |




