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Hauptverbreitung des Trauermantels in Deutschland

Hauptverbreitung des Trauermantels in Deutschland
Verbreitung
Trauermantel an feuchter Erde saugend; Fotograf: Gerd Lintzmeyer; Zeitzer Forst (Rand des Forstgebiets), Sachsen-Anhalt, Deutschland (11. Juli 2003 (morgens))

Obwohl man dem Trauermantel in sämtlichen deutschen Bundesländern begegnen kann, gibt es nur noch wenige Gebiete, in denen der Falter wirklich bodenständig ist.

Der Trauermantel ist nirgends häufig. In vielen Gebieten, in denen der Falter einst einmal vertreten war, ist er seit Jahrzehnten nahezu vollständig verschwunden.

Selbst in naturnahen Gebieten, in denen der Falter seinerzeit sehr häufig war und zur gewohnten Schmetterlingsfauna gehörte, sucht man ihn heute vergebens.

Regelmäßig mit konstanten Populationen kommt der Trauermantel in Deutschland nur (noch) in montanen Gebieten vor Quelle: Weidemann, 1986 - Naturführer Tagfalter Band 1 - Entwicklung-Lebensweise, das sind insbesondere:

  • Schwarzwald
  • Bayrischer Wald
  • kühle Gebiete der Oberpfalz
  • am Fuß des Thüringer Waldes

Darüber hinaus ist der Trauermantel auch in Berlin und Brandenburg wieder häufiger anzutreffen. Insbesondere im Süden/Südosten von Berlin sieht man in oft (Hinweis von André Mattuschka).

Trauermantel an einem Blatt hängend (Zuchtaufnahme); Fotograf: Gerd Lintzmeyer; Lichtetal, Thüringen, Deutschland (08. August 2000)

Im nördlichen Rheinland und in Westfalen starben sämtliche bodenständigen Populationen nach dem sehr harten Winter 1955/56 aus Quelle: Kinkler, 1996 - Wiedereinwanderung des Trauermantels Nymphalis antiopa (LINNAEUS, 1758) ins nördliche Rheinland und ins westliche Westfalen (Lep., Nymphalidae) (siehe hierzu auch Verbreitung des Trauermantels: Bonn und UmgebungVerbreitung des Trauermantels: Bonn und Umgebung).

Teilweise haben sich Populationen in Deutschland durch Einwanderungen aus östlicheren Gebieten wieder erholen können. Einem Erliegen der Populationen in Nordbayern in den Nachkriegsjahren folgte beispielsweise ab ca. 1960 eine Wiederbesiedlung aus dem Grenzstreifen zur heutigen Tschechei Quelle: Weidemann, 1988 - Naturführer Tagfalter Band 2 - Biologie-Ökologie-Biotopschutz.

Obwohl der Falter bisweilen enorme Wanderungen unternimmt, breitet er sich in Deutschland in den letzten Jahrzehnten kaum weiter aus (im Gegensatz zu anderen Wanderfaltern verläßt nur ein Teil der Falter den Ursprungsort).

In Schleswig-Holstein gilt der Falter als nicht bodenständig Quelle: Kolligs, 2003 - Schmetterlinge Schleswig-Holsteins, Atlas der Tagfalter, Dickkopffalter und Widderchen.

Frühere Verbreitung
Trauermantel; Fotograf: Ulrich Rau; Deutschland

Liest man Berichte "alter" Schmetterlingsfreunde, so wird immer wieder erwähnt, dass der Falter etwa bis Anfang/Mitte des 20ten Jahrhunderts in vielen Gebieten Deutschlands heimisch und überdies häufig war.

Gefährdung

Die genaue Ursache für den starken Rückgang der Art in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern ist bislang nicht eindeutig ermittelt.

Es existieren verschiedene Theorien:

  • Natürliche zyklische Populationsschwankungen, z.B. durch klimatische Einflüsse, Fressfeinde oder Parasiten Quelle: Ebert/Rennwald, 1991 - Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 1, Tagfalter I Quelle: Young, 1980 - Some observations on the natural history and behavior of the Camberwell Beauty (Mourning Cloak) butterfly, Nymphalis antiopa (Linnaeus) (Lepidoptera; Nymphalidae) in the United States
  • Eine globale Klimaänderung, z.B. durch wärmere Winter und/oder regenreichere Sommer Quelle: Kinkler, 1997 - War die Hoffnung auf die Wiederansiedlung des Trauermantels Nymphalis antiopa (LINNAEUS, 1758) im Rheinland trügerisch? (Lep., Nymphalidae)
  • Vermehrter Einsatz von Insektiziden, woduch die wichtige Nahrungsquelle "Fallobst" belastet wird Quelle: Weidemann, 1988 - Naturführer Tagfalter Band 2 - Biologie-Ökologie-Biotopschutz
  • Zerstörung der Larvalhabitate, z.B. durch Begradigung und Säuberung von Waldsäumen, wobei u.a. Weiden und Birken entfernt werden Quelle: Settele et al., 1999 - Die Tagfalter Deutschlands
  • "Aufräumen" von Waldgebieten mit verbundener Entfernung von Überwinterungsmöglichkeiten, wie z.B. Holzstapeln oder Reisighaufen Quelle: Settele et al., 1999 - Die Tagfalter Deutschlands
  • Eine Epedemie bei der durch Krankheit Populationen vollständig erlöschen können Quelle: Busch, 1970 - Tag- und Nachtfalter in der Hocheifel
  • Ungünstige Auswirkungen unserer technologisierten Gesellschaft, z.B. Gefahr durch Straßenverkehr