Obwohl man dem Trauermantel in sämtlichen deutschen Bundesländern begegnen kann, gibt es nur noch wenige Gebiete, in denen der Falter wirklich bodenständig ist.
Der Trauermantel ist nirgends häufig. In vielen Gebieten, in denen der Falter einst einmal vertreten war, ist er seit Jahrzehnten nahezu vollständig verschwunden.
Selbst in naturnahen Gebieten, in denen der Falter seinerzeit sehr häufig war und zur gewohnten Schmetterlingsfauna gehörte, sucht man ihn heute vergebens.
Regelmäßig mit konstanten Populationen kommt der Trauermantel in Deutschland nur (noch) in montanen Gebieten vor
, das sind insbesondere:
- Schwarzwald
- Bayrischer Wald
- kühle Gebiete der Oberpfalz
- am Fuß des Thüringer Waldes
Darüber hinaus ist der Trauermantel auch in Berlin und Brandenburg wieder häufiger anzutreffen. Insbesondere im Süden/Südosten von Berlin sieht man in oft (Hinweis von André Mattuschka).
Im nördlichen Rheinland und in Westfalen starben sämtliche bodenständigen Populationen nach dem sehr harten Winter 1955/56 aus
(siehe hierzu auch
Verbreitung des Trauermantels: Bonn und Umgebung).
Teilweise haben sich Populationen in Deutschland durch Einwanderungen aus östlicheren Gebieten wieder erholen können. Einem Erliegen der Populationen in Nordbayern in den Nachkriegsjahren folgte beispielsweise ab ca. 1960 eine Wiederbesiedlung aus dem Grenzstreifen zur heutigen Tschechei
.
Obwohl der Falter bisweilen enorme Wanderungen unternimmt, breitet er sich in Deutschland in den letzten Jahrzehnten kaum weiter aus (im Gegensatz zu anderen Wanderfaltern verläßt nur ein Teil der Falter den Ursprungsort).
In Schleswig-Holstein gilt der Falter als nicht bodenständig
.
Die genaue Ursache für den starken Rückgang der Art in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern ist bislang nicht eindeutig ermittelt.
Es existieren verschiedene Theorien:
- Natürliche zyklische Populationsschwankungen, z.B. durch klimatische Einflüsse, Fressfeinde oder Parasiten

- Eine globale Klimaänderung, z.B. durch wärmere Winter und/oder regenreichere Sommer

- Vermehrter Einsatz von Insektiziden, woduch die wichtige Nahrungsquelle "Fallobst" belastet wird

- Zerstörung der Larvalhabitate, z.B. durch Begradigung und Säuberung von Waldsäumen, wobei u.a. Weiden und Birken entfernt werden

- "Aufräumen" von Waldgebieten mit verbundener Entfernung von Überwinterungsmöglichkeiten, wie z.B. Holzstapeln oder Reisighaufen

- Eine Epedemie bei der durch Krankheit Populationen vollständig erlöschen können

- Ungünstige Auswirkungen unserer technologisierten Gesellschaft, z.B. Gefahr durch Straßenverkehr



